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P.P.-Frankierung mit scrlttr2

Beispielsweise die Schweizer Post bietet mit der P.P.-Frankierung eine elektronische Möglichkeit, Briefe zu frankieren. Es wird überlegt, ob scrlttr2 demnächst um die entsprechende Möglichkeit erweitert wird. Vorab wird ein Teil der geplanten Funktionalität als Letter Class Option, »PP.lco« bereitgestellt.

Die Datei, die im Anhang angeboten wird, steht unter LPPL. Die Funktionalität wird wie folgt bereitgestellt:

»PP.lco« setzt die Pseudo-Länge toaddindent auf den Standardwert 8 mm. Um die P.P.-Funktionalität zur Verfügung zu stellen existieren folgende neue Optionen, die jedoch erst nach dem Laden von »PP.lco« und ausschließlich mit
\KOMAoptions und \KOMAoption gesetzt werden können:

PP
entspricht PP=explicite
PP=false (alternativ auch off oder no)
Es wird der normale Adressmodus ohne P.P. verwendet.
PP=explicite
Es wird im P.P.-Frankiermodus gearbeitet. Dabei werden außer der Anschrit folgende Variablen verwendet:

ZipCode
Die Postleitzahl, die im P.P.-Feld gesetzt werden soll. Der PLZ wir ihr Bezeichner vorangestellt. Der Bezeichner ist derzeit mit »CH\,--\,« vordefiniert. Er kann mit \setkomavar*{ZipCode}{foo} geändert werden.
place
Der Ort, der im P.P.-Feld gesetzt werden soll (und zur PLZ passen sollte!).
PPcode
Der P.P.-Code, der rechts neben dem P.P.-Feld gesetzt wird.
PPdatamatrix
Die DataMatrix (ECC200), die rechts neben der Empfängeradresse zu verwenden ist. Hier kann beispielsweise mit \includegraphics{foo} eine externe Abbildung der DataMatrix geladen werden. In diesem Fall muss natürlich das Paket graphics oder graphicx geladen sein.

Darüber hinaus wird in diesem Fall zusätzliche die Option priority ausgewertet:

priority=false (alternativ auch off oder no)
Es wird keine Priorität verwendet.
priority=A
Es wird die Priorität »A-PRIORITY« verwendet.
priority=B
Es wird die Priorität »B-ECONONY« verwendet.
PP=backgroundimage
Es wird im P.P.-Frankiermodus gearbeitet. Dabei wird davon ausgegangen, dass sämtliche P.P.-Angaben über die Variable PPimage<code> gesetzt werden. Die Variable kann beispielsweise mit <code>\setkomavar{PPimage}{\includegraphics{foo}} gesetzt werden, um eine externe Abbildung zu laden. Die Empfängeranschrift selbst wird wie bei PP=explicite gesetzt.
PP=addressimage
Entspricht PP=backgroundimage, allerdings wird davon ausgegangen, dass PPimage auch die Anschrift enthält. Deshalb wird keine Anschrift mehr gesetzt.

Zu PP=backgroundimage und PP=addressimage siehe auch den Generator der Schweizer Post.

Minimalbeispiel:

\documentclass[SN,PP]{scrlttr2}
\usepackage{xcolor}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage{lmodern}
\KOMAoptions{priority=A}
\setkomavar{PPimage}{{\color{yellow}\rule{74mm}{34mm}}}% Nur als Beispiel
\setkomavar{ZipCode}{3030}
\setkomavar{place}{Bern}
\setkomavar{PPcode}{123456789}
\setkomavar{PPdatamatrix}{\rule{10.8mm}{10.8mm}}% Nur als Beispiel
\usepackage[ngerman]{babel}
\usepackage{blindtext}
\begin{document}
\begin{letter}{Herr\\Muster\\Musterstrasse 1\\9999 Muster}
  \opening{Hi,}
  \setkomavar{toname}{Herr Muster}
  \blindtext
  \closing{Tschuess}
\end{letter}
\end{document}

Die Implementierung geht auf eine Anregung von klassizist zurück.

Kommentare

Ich habe heute endlich die PP-Fähigkeit in scrlttr2 eingebaut. Im Unterschied zu PP.lco gibt es auch diverse Font-Elemente und noch ein paar Pseudolängen für das Feintuning. Statt der Variablen ZipCode wurde außerdem die Variablefromzipcode implementiert, das sich diese besser in das Namensschema einfügt. Eine Extra-Option PP gibt es auch nicht mehr. Stattdessen kennt die Option addrfield nun neben den bisherigen Werten zusätzlich die Werte PP, backgroundimage und image.

Außerdem habe ich zwei Schriftgrößen geringfügig geändert, damit es bei Verwendung nicht skalierbarer Fonts (CM, EC) keine Warnungen gibt. Die Änderungen liegen im Bereich von ¼ mm (weniger als 1 pt), sollten also nicht weiter tragisch sein. Wenn doch stehen wie gesagt Font-Elemente zur Verfügung.

Wenn ich Langeweile verspüren sollte, werde ich PP.lco vielleicht noch so ändern, dass es ggf. diese Neuerungen verwendet. Ich halte es aber für zumutbar ggf. PP.lco nicht mehr zu laden, und die beiden notwendigen Änderungen (Option und eine Variable) selbst vorzunehmen.

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