Bekannte Probleme und Änderungen in der zukünftigen KOMA-Script-Version

Dies wird die zukünftige Release, die bisher im Source-Repository auf SourceForge und zumindest teilweise auch bereits als aktuelle Prerelease zur Installation für TeX Live und MiKTeX bereit steht.

Geplante Änderungen:

Diese Änderungen sind geplant und ggf. im Quellcode-Repository bereits enthalten, jedoch noch nicht offiziell. Möglicherweise werden sie auf eine spätere Release verschoben, noch geändert oder wieder entfernt.

scrartcl, scrreprt, scrbook:
  • Neue Anweisung \sectionlinesformat{Ebene}{indent}{Nummer}{Text} zur eigentlichen Formatierung von Überschriften im section-Stil, wenn ein- oder mehrzeilige Überschriften verwendet werden. Die Ebene ist dabei der Name der Gliederungsebene, also beispielsweise section, subsection etc. Für nicht nummerierte Überschriften ist Nummer ggf. leer. Bei Umdefinierung ist der Anwender ggf. selbst dafür verantwortlich, dass zwischen den Zeilen der Überschrift kein Seitenumbruch erfolgen kann. Das Absatzende wird hingegen nach der Formatierungsanweisung automatisch herbeigeführt.
    Die Änderung ist im Quellcode-Repository bereits zu Testzwecken verfügbar..
  • Neue Anweisung \sectioncatchphraseformat{Ebene}{indent}{Nummer}{Text} zur eigentlichen Formatierung von Überschriften im section-Stil, wenn Spitzmarken verwendet werden. Die Ebene ist dabei der Name der Gliederungsebene, also beispielsweise section, subsection etc. Für nicht nummerierte Überschriften ist Nummer ggf. leer.
    Die Änderung ist im Quellcode-Repository bereits zu Testzwecken verfügbar..
scrbase:
  • Obwohl \baselineskip und \parskip tatsächlich keine skip-Register sind, sondern Primitive mit ähnlicher Funktion, werden sie künftig still und leise von \ifisskip als skip akzeptiert.
    Hinweis: Im Quellcode-Repository ist diese Änderung bereits enthalten. Dennoch steht sie bis auf weiteres zur Disposition, da sie genau genommen ein Verstoß gegen die Spezifikation darstellt und inkonsequent ist (so wird beispielsweise derzeit \pdfpaperwidth nicht als dimen behandelt, obwohl das vergleichbar wäre).
scrbook, scrreprt:
  • Neue Anweisung \chapterlinesformat{Ebenenname}{Nummer}{Text} zur eigentlichen Formatierung von Überschriften im chapter-Stil, wenn ein- oder mehrzeilige Überschriften mit hängender Nummer verwendet werden. Für nicht nummerierte Überschriften ist Nummer ggf. leer. Bei Umdefinierung ist der Anwender ggf. selbst dafür verantwortlich, dass zwischen den Zeilen der Überschrift kein Seitenumbruch erfolgen kann. Das Absatzende wird hingegen nach der Formatierungsanweisung automatisch herbeigeführt.
    Die Änderung ist im Quellcode-Repository bereits zu Testzwecken verfügbar..
  • Neue Anweisung \chapterlineswithprefixformat{Ebenenname}{Nummer}{Text} zur eigentlichen Formatierung von Überschriften im chapter-Stil, wenn mehrzeilige Überschriften mit Nummerpräfixzeile verwendet werden. Für nicht nummerierte Überschriften ist Nummer ggf. leer. Ansonsten beinhaltet Nummer neben den Fonteinstellungen auch das \chapterheadmidvskip für den vertikalen Abstand nach der Nummer.
    Die Änderung ist im Quellcode-Repository bereits zu Testzwecken verfügbar..
scrhack:
  • Es gibt einen neuen Hack lscape, der eine Inkonsistenz und ein Problem mit der Behandlung von \textheight innerhalb der landscape-Umgebung des lscape-Pakets beseitigt. Dieser Hack verbessert nicht nur die Zusammenarbeit von lscape mit scrlayer, sondern beispielsweise auch mit showframe. Bei Bedarf lässt sich die Wirkung des Hacks auch zur Laufzeit deaktivieren (und reaktivieren) wenn der Hack beim Laden von lscape bzw. scrhack nicht deaktiviert ist.
    Hinweis: Im Quellcode-Repository ist diese Änderung bereits enthalten.
scrlttr2, scrletter:
  • Ist eine nicht leere Anweisung \letterpagestyle definiert, so legt der Inhalt innerhalb von \begin{letter} per \pagestyle{\letterpagestyle} den Seitenstil von Briefen fest. Während die Anweisung bei scrlttr2 leer voreingestellt ist, sorgt sie beim Paket scrletter mit dem Inhalt plain.letter dafür, dass der plain-Stil des Seitenstil-Paars letter verwendet wird.
  • Briefe werden referenzierbar nummeriert. Der Zählername dafür lautet konsequenter Weise letter, obwohl ich mir bewusst bin, dass einige Anwender bereits einen gleichnamigen Zähler verwenden, der nun eventuell doppelt erhöht wird. Das lässt sich aber auf Anwenderseite ganz einfach dadurch ändern, dass der eigene Zählercode deaktiviert wird. Die Nummer des aktuellen Briefes lässt kann mit \thisletter ermittelt werden. Im Gegensatz zu \theletter wird dabei auch ein eventuell definierter Präfix (\p@letter) berücksichtigt. Es ist Sorge getragen, dass auch \ref{\thisletter.lastpage} einen korrekten Wert ergibt, nämlich letztlich dasselbe wie \thisletter.
    Hinweis: Im Quellcode-Repository ist diese Änderung bereits enthalten.
  • \letterlastpage gibt die letzte Seitenzahl des aktuellen Briefes aus. Letztlich ist das nichts anderes als ein \pageref{\thisletter.lastpage}.
    Hinweis: Im Quellcode-Repository ist diese Änderung bereits enthalten.
scrlayer:
  • Das neue Ebenenattribut mode legt fest, auf welche Weise eine Ebene ausgegeben wird. Vordefiniert sind die Werte text und raw, die beide dem bisherigen Verfahren entsprechen und picture die den Inhalt innerhalb einer picture-Umgebung ausgeben, deren Ursprung in der linken unteren Ecke der Ebene liegt. In diesem picture-Modus gibt es außerdem die Befehle:
    \putLL{Argument}
    zur Ausgabe von Argument relativ zur linken, unteren Ecke der Ebene,
    \putUL{Argument}
    zur Ausgabe von Argument relativ zur linken, oberen Ecke der Ebene,
    \putLR{Argument}
    zur Ausgabe von Argument relativ zur rechten, unteren Ecke der Ebene,
    \putUR{Argument}
    zur Ausgabe von Argument relativ zur rechten oberen Ecke der Ebene,
    \putC{Argument}
    zur Ausgabe von Argument relativ zum Zentrum der Ebene.
  • Innerhalb von Ebenen kann mit \layerhalign auf die horizontale Ausrichtung der Ebene zugegriffen werden, die bei der Definition der Ebene aus der Eigenschaft align resultiert.
  • Innerhalb von Ebenen kann mit \layervalign auf die vertikale Ausrichtung der Ebene zugegriffen werden, die bei der Definition der Ebene aus der Eigenschaft align resultiert. Diese Information wird ggf. zur Definition eines eigenen Ebenenmodus benötigt.
typearea:
  • Es soll eine neue Option geben, mit der Einstellungen von typearea an geometry weitergereicht werden, falls das Paket geometry geladen wird. Das wird es theoretisch auch ermöglichen, das Seitenformat bzw. die Seitenausrichtung im Dokument über typearea zu ändern, die Verteilung der Ränder und die Größe des Satzspiegels dann aber mit \newgeometry zu verändern (geometry alleine bietet das nicht). Ebenso kann man dann mit typearea grundsätzliche Einstellungen vornehmen, aber anschließend über geometry beispielsweise nur den linken und rechten Rand ändern. Desweiteren wird bei Verwendung der Option das alleinige Laden von geometry nicht mehr die Aufteilung von Satzspiegel und Rändern ändern. Ob das wirklich zuverlässig funktioniert, ist noch nicht raus. Ebenso steht der Name der Option noch nicht abschließend fest. Außerdem ist noch nicht raus, ob diese Option Voreinstellung wird (verm. abgesichert über Option version). Kommentare dazu gerne an meine Support-Adresse oder bei den beiden zurvor verlinkten Umfragen.
    Hinweis: Im Quellcoderepository ist das ganze bereits als Option usegeometry zu finden. Beta-Tester können es also bereits ausprobieren.
    Die Änderung ist in der aktuellen Release zwar bereits enthalten aber dort noch nicht offiziell. Sie kann sich noch jederzeit ändern.

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